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- Geschrieben von Christiane
- Veröffentlicht: 02. Januar 2013
Nun, im Zuge dessen, dass wir schon einige Häuser besichtigt hatten und eine grobe Vorstellung bekommen haben, wie groß so ein Häuschen sein kann und sollte, haben wir den für uns notwendigen Wohnraum kalkuliert. Wir hatten Beispiele gesehen, in denen man 180qm so verwinkelt zugebaut hat, dass es beengend wirkte; wir hatten Lufträume bewundert, die eher eine Platzverschwendung, vielleicht gerade noch ein Kunstobjekt waren; wir haben Wellness-Oasen-gleiche Schlafzimmer gesehen, die nebenan ein Hühnrstall-gleiches Kinderzimmer hatten ...
Kurz: Wir wollten nicht die gleichen Fehler machen, also erst einmal Fehler identifizieren!
Was ich jedem, der Bauen möchte, an's Herz legen kann, ist der Besuch der Fertighauswelt in Frechen (oder auch anderer Fertighaus-Parks). Als wir das erste Mal da waren, stand für uns auch noch die Option "Wir bauen ein Fertighaus!" im Raum. Aber der Besuch dort ist ja nicht zwangsläufig mit der Unterschrift bei einem Fertighäusle-Bauer verknüpft. So haben wir die dort zu besichtigenden Musterhäuser recht schnell als Inspirationen für unser eigenes Häuschen gesehen und die Räume auf Funktion und Wohlfühl-Klima geprüft. Für mich persönlich war es immer schwer, mir anhand eines Planes die Größe eines Raumes vorzustellen. Klar kann ich mit nem Zollstock umgehen und natürlich weiß ich auch grob, wie groß 12qm sein können... Aber nur, weil alle Möbel reinpassen, fühlt man sich dann wohl? Mit Sicherheit nicht! Also viele, viele Räume betreten und identifizieren, wann man sich wohl fühlt und die Gründe suchen, weshalb man sich nciht wohl fühlt.
Beispiele:
- Eine schöne Idee - auf dem Plan - fanden wir ein Haus in U-Form (Gebrauchtimmobilie). So hätte man gedanklich eine Hälfte als Wohn- und einen als Schlafflügel deklarieren können. Im U gab es dann einen kleinen Terrassen-Innenhof. Problem: Man betrat das Haus mittig im Bogen des U's im Esszimmer und stand direkt 2m vor der Glastür nach draußen in den Innenhof. Das was auf dem Plan als einladender Eingangsbereich wirkte, sah eher aus wie ein kleiner Wintergarten, aus dem man fast schon wieder rausging. Die Zimmer in den "Flügeln waren nun an einen langen Flur angeordnet und mussten so jeweils 4-5qm einbüßen. Die Flur-Fläche des Hauses dagegen war enorm. Hinzu kam, dass der Innenhof sehr vermoost war. Die Sonne hatte hier kaum eine Chance. Resumée: Lieber kompakter bauen!
- Wohnzimmer können bei gleicher Größe riesig oder auch winzig wirken. Warum? Wir haben etwas gebraucht um dahinter zu kommen. Erst dachte ich, es liegt an der Einrichtung. Große, klobige Couch oder "Eiche-brutal"-Möbel?! In der Fertighaus-Welt ist aber alles recht modern eingerichtet... Zweite Vermutung: Farbgestaltung? Ich hatte schon gehört, dass man einen Raum stark manipulieren kann, indem man einzelne Wände dunkler lässt bzw. mit Muster-Tapeten beklebt. ... Nein, das was es auch nicht. Irgendwann ging mir ein Licht auf und bei der anschließenden Überprüfung der Hypothese stellte sie sich als wahr heraus: Ein längliches Wohnzimmer, welches auf beiden Seiten Fenster hat, man also genau sieht, dass das Haus mit der Breite des Wohnzimmers aufhört, wirkt schmaler! Sobald eine der Seiten fensterlos ist, ist der Effekt verschwunden. Resumée: Eine der Längsseiten bleibt fensterlos!
- Kinderzimmer (in der Regel rechteckige Räume), die man über die schmale Seite betritt, wirken kleiner als Kinderzimmer mit der Tür an der Seite der langen Wand. Schwer zu beschreiben, aber tatsächlich wahr. Die Drehung, die man beim Betreten des Raumes macht, gewinnt gefühlte 5 qm.
- to be continued (wenn mir noch etwas einfällt)
In konkreten Zahlen ausgedrückt haben wir für unser Häuschen also folgendes ermittelt:
Und das Resumée:
Nun, mit diesen Angaben konnte man doch weitersuchen. Dass es letzten Endes 164qm auf zwei Etagen werden sollten und dafür ohne Kinderbad ... das wussten wir noch nicht.
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