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- Geschrieben von Christiane
- Veröffentlicht: 01. Januar 2013
Es gibt keinen richtigen Termin für diese Entscheidung, daher wähle ich einfach mal den 1. Januar 2013 als Datum für diesen ersten Eintrag in unseren Blog. Eigentlich gab es längere Zeit zwei Optionen: Kaufen wir eine Bestands-Immobilie oder bauen wir selbst?! Wir durchforsteten also Monate lang alle möglichen Inserate im Netz und in der Zeitung, setzten Bekannte und Verwandte auf freie Grundstücke und zum Verkauf stehende Häuser an, machten uns schlau, wo wir überhaupt hin wollten und was für uns in Frage käme. Wir besichtigten "Scheidungs-Opfer", bewunderten Salzkrusten von ehemals feuchten Kellern, standen in kleinen Gärten, die von den Balkonen des nebenliegenden 5-stöckigen Mehrfamilienhauses wunderbar observiert werden konnten... Hach, was gab es schöne Objekte zu bestaunen.
Zu erwähnende Highlight bei der Haussuche sind wohl das 220qm-Haus, in dem wir nach der Hälfte der Zimmer schon das Gefühl hatten: "Jo, das wäre doch was für uns." Nach 3/4 des Hauses machte ich Marian darauf aufmerksam, dass wir uns ohne Probleme 2 Wochen aus dem Weg gehen könnten ohne uns zu sehen. Als wir durch waren, sah ich vor meinem inneren Auge nur noch die Kosten für eine Putzfrau beziehungsweise "Wer soll das alles sauber halten?"
Resümee der Besichtigung: Wir brauchen auf keinen Fall mehr als die zuerst angestrebten 180qm!
Dann war da noch das Häuschen, das sehr interessant geschnitten und in toller Lage und schön großem Garten mit energetischen Defiziten auf uns wartete. Nach 2-facher Besichtigung wollten wir Infos von einem Profi zu der Sanierbarkeit haben und engagierten einen Architekten. Die 10cm-dünnen Auenwände von außen zu isolieren: Kein Problem! Die Bodenplatte ist nicht isolliert: Kein Problem! Elektro und Wasser... kein Problem! Alles für sich genommen wäre es stemmbar. Aber was für ein Projekt würde uns da erwarten? Jahrelange Baustelle?! Und wenn man schon so viel macht, dann doch auch direkt ideal, oder? Also das ohnehin nicht gut isolierte Satteldach auf der einen Seite des Hauses abnehmen und ein Flachdach drauf. Und dann kam die finanzielle Einschätzung: Mit einer halben Million sind sie dabei! Puh!
Resümee dieser Erfahrung: Selbst ein relativ günstiges Haus aus den 70ern auf energetisch vertretbaren Stand zu bringen, kostet mehr als neu bauen!
Es kristallisierte sich relativ schnell heraus: Entweder sollten wir wahnsinniges Glück haben oder wir müssen selbst bauen. Die Sache mit dem "Selber-Bauen" schien nur den einen Haken zu haben: Es ist in Erkelenz nicht einfach an ein adäquates Grundstück zu kommen. Hierzu muss man die aktuelle Situation der Stadt Erkelenz kennen. Aufgrund des fortschreitenden Braunkohle-Tagebaus Garzweiler II und die damit verbundenen Umsiedlungsmaßnahmen, gibt es zwar einige neue Wohngebiete rund um Erkelenz, aber diese füllen sich auch in rasantem Tempo. Hinzu kommen Vorkaufsrechte der Umsiedler und horrende Quadratmeter-Preise. Will man dann noch eine etwas günstigere Lage, reduzieren sich die freien und erschwinglichen Grundstücke sehr schnell auf Null-Komma-Null. Ach ja, und dann sind da noch die Grundstücke in guter Lage, mit guter Anbindung und einigermaßen bezahlbaren Preisen, die aber Bebauungspläne haben, die uns nun wirklich gar nicht zusagten.

(Quelle: Google-maps)
Wir hatten uns ja schon relativ schnell damit abgefunden, dass es in Erkelenz wohl eher kein Bauhaus-Stil werden wird. Die Bebauung mit zwei Vollgeschossen und Flachdach war einfach nicht vorgesehen. Aber ein langweiliges Satteldach-Haus mit Giebel zur Straße, Klinker und die Häuserflucht direkt angrenzend an den Bürgersteig... ?! Nein, bitte nicht!
Wir befanden uns also schon relativ lange auf der Suche. Haben einige Bestandsimmobilien besichtigt (immer mit dem Ergebnis, dass selber bauen uns genauso viel kosten würde, wenn wir die Immobilien so umändern würden, wie wir sie energetisch und optisch gerne hätten), mit einigen Häusle-Bauern gesprochen (Fertighäuser wie auch Massiv-Bauweise, wir waren offen für alles), hatten viele eigene Pläne geschmiedet und wussten mittlerweile vielleicht schon viel zu genau, was wir wollten und vor allem, was wir nicht wollten.
Selbst von der ursprünglichen Grundvoraussetzung, dass es ein freistehendes Haus sein sollte, hatte ich mich bereits insgeheim verabschiedet. So kam es, dass wir uns irgendwann Anfang des Jahres bei einem gewissen Herrn Sommer im Büro einfanden. Es ging um den Neubau einer Doppelhaushälfte. Eine Stadtvilla in Würfelform, mittig durchgeschnitten. Lage gegenüber der Grundschule im Wohngebiet Nord. 200qm Grundstück...
Kurz: Suboptimal! Ich WOLLTE einfach diese Doppelhaushälfte nicht. Die Technik mochte noch so verlockend sein. Die Bilder sahen ja auch gut aus... Aber irgendwie wollte ich nicht damit warm werden, dass wir ein "halbes Haus" bauen lassen. Einen siamesischen Zwilling ohne jede Individualität.
Am Ende des Termins fragte ich eher beiläufig und schon etwas hoffnungslos: "Ein anderes Grundstück für ein freistehendes Haus haben Sie nicht zufällig, oder?!" Und dann kam eine Antwort, mit der ich nicht mehr gerechnet hatte. Es gab tatsächlich die Möglichkeit über einen Bekannten dieses Herrn Sommer ein Grundstück ein paar Straßen weiter zu erwerben. Sollten wir denn endlich Glück haben?
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