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Am vierten November wird die Verschalung des unteren Ringbalkens wie versprochen mit Beton gefüllt. Alles klappt wie am Schnürchen und ich verpasse nichts Wichtiges. Marian hat noch Urlaub, aber ich muss wieder arbeiten und werde diese Woche per Email und WhattsApp auf dem Laufenden gehalten.

Der untere Ringbalken trocknet nun vor sich hin und wird bereits am nächsten Tag ausgeschalt. Allerdings regnet es nachmittags in Strömen und das Mauern verschieben die Rohbauer lieber auf besseres Wetter oder zumindest bessere Klamotten. Kein Problem, sie liegen gut in der Zeit. Wir haben von unserem Bauleiter erfahren, wie die nächsten Wochen geplant sind. Nächste Woche Dachstuhl, dann Dachdecker. Die Fenster kommen bereits Ende November und bis Ende des Jahres soll schon der Estrich drin sein.

Ringbalken Teil 1 fertig und ausgeschalt

Am 06. November mauern die Jungs dann was das Zeug hält. Das Obergeschoss wächst in rasanter Geschwindigkeit (muss es ja auch, wenn schon am Freitag der zweite Teil des Ringbalkens gegossen werden soll.)

13:29 Uhr

13:44 Uhr

14:25 Uhr

 Und dann ist das Obergeschoss fertig gemauert:

Die Ansicht, wenn man die Straße lang kommt, ist schon krass. Von einem unscheinbaren Bau kann man nun wirklich nicht mehr reden. Glücklicherweise sieht es aber auch nicht so aus, als wenn man gegen eine große Wand anfährt. Leider sehe ich es aufgrund der Jahres- und vor allem der Arbeitszeit im Moment nur im Dunkeln. :o(

Am 7. November ist eigentlich wieder nicht Spannendes zu berichten. Der Stahl für Ringbalken Teil 2 wird gebogen und die nächste Einschalungs-Etappe beginnt. Wir kommen beide nicht dazu am Bau vorbei zu fahren. Über meine Eltern erreicht uns abends eine komische Info: "Da ist irgendwas eingestürzt!" ... Öhm... HÄH?! Naja mal den morgigen Tag abwarten. Ich habe mir nämlich extra freigenommen, denn am Freitag soll ja wieder die Betonpumpe kommen.

Am Freitag werden wir morgens von unserem Bauleiter geweckt: "Bevor Sie sich wundern, wenn Sie zum Bau kommen, aber da ist etwas durch den Sturm gestern umgefallen! Aber das ist kein technisches Problem. Es sieht nur anders aus". Da er direkt auch noch ein paar Änderungsvorschläge hat, schlagen wir vor, ihn doch mal auf der Baustelle zu treffen.

Mit welchen Gefühlen fährt man nun zu einer Baustelle auf der "etwas umgefallen ist", aber "nicht so schlimm... es sieht nur anders aus". Es ist so ähnlich wie "nun, ihr Kind hat zwar 6 Finger, aber es ist dadurch nicht eingeschränkt". Ich sehe vor meinem inneren Auge einen Riesenriss in der Wand, der geflickt wurde und der Bauleiter will uns verklickern, dass das alles nicht so schlimm ist. Dass es sich um die obere, frei stehende Wand in der Mitte der Ostseite handelt, wissen wir schon.

Das Bild, das uns erwartet lässt mich aufatmen:

Ja, die Steine haben ein paar Macken und ein dezentes Brett ist außen und innen an die Wand genagelt, aber insgesamt sind keine größeren Schäden zu sehen. Ich glaube, hätte mir keiner was gesagt, wäre ich nie und nimmer darauf gekommen, dass da was eingestürzt ist. Dumm gelaufen, würde ich mal bilanzieren, aber kein Grund zu Jammern. Auch die Rohbauer scheinen es gelassen zu nehmen. Beim letzten Sturm hatten wir ja schon mit ihnen darüber geredet, dass öfters mal Giebel und frei stehende Wände umkippen. Warum also keine frei stehende 2x4m Wand auf 6-7m Höhe?

Wir konzentrieren uns also voll auf die heranrollende Betonpumpe. Der obere Ringbalken ist schließlich nachmittags fertig eingeschalt und wir beziehen Position um zuzusehen, wie die letzten 2 Kubikmeter Beton an die für die vorgesehene Stelle kommen. Zeit für ein paar Fotos:

Panorama von der Treppe aus...

... und gegenüber auf der Trennwand der Kinderzimmer

Die Nordwand (Schlafzimmer und Kinderzimmer Nord)

Und dann kommt die Pumpe. Der Paparazzo hat alles im Bild! (links Kinderzimmer Süd und rechts das Badezimmer)